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Vortrag der Werkbank Sektorenkopplung im Rahmen der Berliner Energietage 2026!

Wärmepumpen im Bestand: Zwischen Theorie und Praxis-Check.

Großes Interesse bei den Berliner Energietagen 2026!  Über 400 fachkundige Teilnehmer verfolgten am 15. April 2026 gespannt unseren Vortrag zum Thema „Gebäudebestand als Baustein der Sektorenkopplung – Erkenntnisse aus Messdaten und Praxisanalysen“.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Dipl.-Ing. (FH) Rüdiger Brechler präsentierte Dipl.-Ing. Andreas E. Lutters die neuesten Ergebnisse aus unserer „Werkbank Sektorenkopplung“ der Hochschule Hamm-Lippstadt.

Was sagen die echten Daten? Im Rahmen unserer Messkampagnen (Wärmepumpencheck) haben wir den Gebäudebestand in Mehrfamilienhäusern der Region um Hamm unter die Lupe genommen. Ziel ist es, Bürgern eine einfache, aber datenbasierte Vorbewertung ihrer Heizsituation zu ermöglichen.

Unsere Key-Insights aus der aktuellen Analyse:

  • Vorlauftemperaturen: Rund 72 % der untersuchten Gebäude weisen Vorlauftemperaturen von unter 60 °C auf. Das bedeutet: Ein Großteil ist bereits heute im passenden Temperaturbereich für Wärmepumpen, der Rest kann durch gezieltes Retrofit technisch ertüchtigt werden.  Im Rahmen der Messkampagne im Winter 2025/2026 haben wir Temperaturen bis herunter zur Normaußentemperatur gesehen – womit die Aussage entsprechend belastbar wird.
  • Hydraulische Auffälligkeiten: Bei 40 % der Anlagen haben wir Optimierungspotenzial in der Hydraulik festgestellt – oft erkennbar an einer zu großen oder zu geringen Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf. Diese Zahlen sind im Vergleich zu allgemeinen Statistiken sehr günstig. Auch wenn wir noch keine abschließende statistische Relevanz beanspruchen können, deutet dies zunächst auf einen sehr guten Pflegezustand in den untersuchten Mehrfamilienhäusern hin. Konkret handelt es sich hierbei um genossenschaftlich betriebene Gebäude mehrerer Gesellschaften rund um Hamm.
  • Arbeitszahlen: Während viele Gebäude bereits hervorragende theoretische Arbeitszahlen erreichen, liegen 32 % noch unter einem Wert von 3. Hier gibt es noch Handlungsbedarf – aber auch diese Gebäude wiesen überwiegend Arbeitszahlen > 2,5 auf.


Der Zuspruch in Berlin und die zahlreichen Rückfragen auch in den Tagen danach – die wir beantworten durften – zeigen, wie groß der Bedarf an belastbaren Felddaten für eine gelungene Wärmewende ist. Wir bleiben dran und führen unsere Messreihen auch in den kommenden Wintern fort, um eine statistisch solide Basis für die Sektorenkopplung im Quartier zu schaffen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer für den intensiven Austausch!

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: https://lnkd.in/e7GvebGP

Für registrierte Nutzer der Energietage steht der Vortrag zudem auf der offiziellen Veranstaltungsseite zum Download bereit: https://lnkd.in/ee7R5AkQ

Bildquelle: energietage.de